Kugelspiel II

Analog zu meinem ersten Kugelbild sollte ein zweites entstehen. Wieder habe ich mit einer Skizze begonnen – bei großformatigen Bildern ist das einfach notwendig.

Die Masse der Kugeln war eine Herausforderung für mich, denn aus simplen Kreisen musste ich durch richtiges Schattieren eine Raumillusion schaffen. Dementsprechend zeitaufwändig war gerade dieser letzte Arbeitsschritt. Als “Weichzeichner” verwendete ich wegen derzum Teil großen Flächen nicht den handelsüblichen Papierwischer, sondern einen Schminkpinsel für die Augen – an der einen Seite mit einem Schwämmchen für Lidschatten, auf der anderen Seite ein feiner Pinsel, dessen Haare doch die richtige Festigkeit besitzen, um nicht zu sehr nachzugeben und das Graphit auf dem Papier verteilen. Ein Werkzeug, das nicht nur preiswert ist, sondern auch gut handhabbar.

Größe: 40×30 cm                                                                                                 

Pigmentliner von Staedtler
Bleistifte 2B – 6B

Detail

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Published in: on 15. August 2012 at 17:00  Kommentare (2)  
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Optische Kunst – Optical Art, kurz Op Art genannt

In der Zeit zwischen 1960 und 1970 entwickelte sich in der Kunst eine Stilrichtung, die mit irritierenden Effekten durch starke Kontraste und streng voneinander abgegrenzter Flächen und Farben spielte. Flimmer- und Bewegungswahrnehmungen da, wo es keine Bewegung gab,  und irritierende Raumillusionen durch das Spiel mit Perspektive wurden bildkünstlerisch thematisiert. Wichtige Vertreter dieser Zeit waren vor allem Viktor Vasarely, aber auch Bridget Riley und M.C.Escher experimentierten mit Linie, Fläche und Kontrast. Neben den Linienspielen, die ich ja bereits in meinem Blog vorstellte, habe ich in meinem Kunstunterricht diese Thematik mehrfach aufgegriffen. Den Kindern macht es Freude, mit wenig Aufwand zu ganz überraschenden Ergebnissen zu gelangen. Daran erinnert durch sevens Experiemente im Kritzelforum, habe ich meine beiden Anschauungsblätter, die ich für den Unterricht anfertigte, herausgeholt und für den geneigten Leser und Betrachter aufgearbeitet.

1.Schritt:

Ein Quadrat 9×9 cm wird durch geometrisch angeordnete Linien so unterteilt, dass ein Gitternetz entsteht. Das reine Schachbrett mit parallelen Linien sollte vermieden werden. Nun werden die einzelnen Flächen im Wechsel schwarz – weiß ausgemalt. Es darf nie eine schwarze Fläche an eine andere schwarze Fläche stoßen. (Tipp: Schöne Effekte entstehen, wenn als Ausgangspunkt für mehrere linien eine Ecke genommen wird oder einer der Mittelpunkte der Seiten des Quadrates.)

Beispiel 1:

Beispiel 2:

2. Schritt:

Um nun ein großes OpArt-Bild aus diesem einen Element entstehen zu lassen, muss es nun mindestens 16mal kopiert und sauber ausgeschnitten werden.

3. Schritt:

Es empfiehlt sich, zuerst einmal durch Schieben und Legen auszuprobieren, in welcher Anordnung es am besten aussieht. Durch Drehen und Reihen kann man so interessante Illusionsbilder schaffen. Hat man sich für eine Variante entschieden, klebt man die Teile sauber auf ein großes Blatt.

Ergebnis zu Beispiel 1:

Ergebnis zu Beispiel 2:

Geeignet ist diese Bildarbeit für Kinder ab Klasse 7. Je sauberer gestaltet wird, umso klarer sind die entstehenden Effekte. Und Aha-Erlebnisse sind garantiert.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Mein Musteralphabet – Der Buchstabe M

(Mit meinem M ist nun alphabetische Halbzeit. Doch das N ist bereits in Arbeit.)

Published in: on 18. April 2012 at 20:15  Kommentare (1)  
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Großformatiges Teil 2

Eigentlich ist das das erste Bild dieser Größe. Doch arbeitsstressbedingt legte ich es beiseite, um es jetzt wieder zur Hand zu nehmen und fertigzustellen. Auch hier habe ich das Blattformat A3 (30x43cm) genutzt und konnte so Formen und Muster miteinander verflechten – etwas, was einen in kleineren Formaten doch etwas in Bedrängnis bringt, vor allem dann, wenn man alles auch schattieren möchte, um eine Raumillusion zu schaffen. Da ich mein zuerst hier gezeigtes großformatiges Bild nach einer Jahreszeit benannt habe, suchte ich nach einer Jahreszeit, die ich hier zuordnen konnte. Für mich wirkt es spätsommerlich oder auch fast schon herbstlich.

Verwendet habe ich Pigmentliner unterschiedlichster Hersteller in den Stärken 0,05 (sehr sparsam), hauptsächlich 0,1 und 0,2 sowie Bleistifte zum Schattieren in den Stärken 2B, 5B und 9B. Als Weichzeichner nutzte ich verschiedene Papierwischer.

Leider kann ich in dieser Größe nicht scannen, sodass ich fotografieren musste.

Großformatiges

Fast drei Tage hatte uns Sturm Andrea hier im Griff. Drei Tage, an denen man gar nicht nach draußen gehen mochte. So habe ich mich wieder einmal an ein größeres Format gewagt und viele, viele Stunden gezeichnet. Da ich im Moment den Kopf recht frei habe, einmal nicht an Arbeit denken muss, konnte ich mich jedesmal wieder neu in diesen meditativen Zutand versenken, wobei es mir jedesmal auch schwerfiel, mein Zeichnen zu unterbrechen, weil der Mensch ja gelegentlich essen und schlafen muss. Ich habe einmal hochgerechnet und bin auf mehr als 20 Zeichenstunden gekommen. Das Format ist 30×40 cm auf Zeichenpapier 120g/qm. Gezeichnet habe ich mit Pigmentlinern unterschiedlichster Hersteller in den Stärken zwischen 0,05 bis 0,7. Zum Schattieren verwendete ich ebenfalls Bleistifte der unterschiedlichsten Härtegrade beginnend bei 2B bis 9B.

Für mich trägt das Bild bereits frühlingshaften Charakter, drückt damit wohl meine Sehnsucht danach aus, das Gesicht wieder einmal in die Sonne zu halten und frischen Blütenduft zu atmen.

Details

Silberdistel

Hin und wieder reizt es mich, die kleinen Formate zu verlassen und die Weite eines großen Blatt Papieres zu nutzen. Meine “Silberdistel” brauchte auch diese Weite, denn wie eine kleine Sonne erstrahlt sie zwischen ihren Dornen und den Blättern, denen man ihre Wehrhaftigkeit ansieht. Umschlungen von geflochtenen Bändern präsentiert sie sich auf Aquarellpapier 190 g/qm 29,7 x 42 cm (A3) vor einem Hintergrund, den ich mit meinen Aquarellfarben zart in Ocker- und Brauntönen gestaltete. Dazu weichte ich das Papier an denen Stelle, die ich mit meiner Grafik füllen wollte,  in Wasser ein. Aus Zeiten meiner Seidenmalereien hatte ich dafür noch ganz spezielle Schwämme mit Stiel, mit denen man durchaus auch großflächig malen kann. Danach wischte ich mit einem Schwamm überschüssiges Wasser weg und ließ  die Farben fließen. Aquarellstifte sind für diese Nass-in-Nass-Technik nicht geeignet. Zum Zeichnen benutzte ich Pigmentliner von Stadtler in den Stärken 0,05 und 0,1. Schatten schuf ich vorrangig durch Schraffuren mit den Pigmentstiften, legte nur ganz sparsam mit dem Bleistift 5B an einigen Stellen einen leichten Grauton über bereits bestehende Schatten, um die Härte wegzunehmen und fließende Übergänge zu schaffen.

Detail Distelblüte:

Published in: on 2. November 2011 at 14:07  Kommentare (2)  
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Feder des Anstoßes

Angefangen hat es mit einer Federform, die ich einfach einmal etwas großformatiger ausprobieren wollte. Also nahm ich mir ein weißes Blatt Papier im A4-Format und zeichnete sie. Schön sah sie aus – und doch kam sie mir sehr verloren auf dem Weiß des Blattes vor. So ergänzte ich immer weiter, füllte das Blatt mit den unterschiedlichsten Formen und Mustern. Nicht stetig dieses Mal, sondern über mehrere Tage hinweg. Heute fehlte nur das Netz im Hintergrund. Und die Schatten mussten natürlich auch noch eingezeichnet werden.

Da war es nun, dieses Bild – und ich war mir unsicher, welchen Namen es tragen sollte. Manchmal frage ich mich, ob diese Art Bilder tatsächlich immer einen Namen benötigt. Aber so ganz ohne? Ich drehte das Bild in meinen Händen, sah so vieles … und nannte es letztendlich “Öffnungen”. Öffnungen in Form der handähnlichen Fläche oben, die die Kugeln freigibt. Auch das Schirmchen darunter öffnet sich. Die Feder drängt ins Offene und bei den Spiralformen untern habe ich das Gefühl, sie wollen sich jeden Moment aufwickeln. Gehalten wird all das von einem Netz im Hintergrund.

Gezeichnet habe ich mit Staedtler-Pigmentlinern in den Stärken 0,05, 0,1 und 0,3. Zum Schattieren habe ich PITT Graphite Pure 2900 9B von Faber Castell verwendet und mit einem Bleistift der Stärke 5B an kleinen Stellen nachgebessert.

Published in: on 16. Oktober 2011 at 15:28  Kommentare (1)  
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Herz in Ketten

Nichts schlägt ein Herz mehr in Ketten als gegenseitige Liebe.

Und Liebe war das neue Thema der Diva.

Gezeichnet auf einer Blankokarteikarte A5 mit dem Staedtler Pigmentliner 0,05 und einem Bleistift 5B schattiert.

Published in: on 12. September 2011 at 19:02  Kommentare (7)  
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Augenreise in Bicolor (Kritzelspaß 16-Woche 37)

Heute galt es, viel Leerlaufzeit zwischen den Unterrichtsstunden zu füllen – Zeit, in der ich noch mangels Korrekturen etwas für mich tun konnte. Die Wochenaufgabe stellte ich dieses Mal in unserem Kritzelforum. Alles ist erlaubt. Es solle nur eine zweite Farbe eingesetzt werden, um den Blick zu lenken oder Akzente zu setzen. Durch die Größe des Blattes (A4) hatte ich viel Raum, um Muster wachsen zu lassen. Begonnen habe ich mit der großen roten Diagonalen, alle anderen Muster wuchsen während des Entstehens. Am Ende hatte ich beim Betrachten das Gefühl, das Rot würde mich erschlagen. ich musste für optische Gegengewichte sorgen. So setzte ich an zwei Stellen im Bild kleiner rote Akzente bis ich das Gefühl der Ausgewogenheit hatte. Zum Zeichnen verwendete ich den Staedtler Pigmentliner 0,05, Ecco Pigment von Faber Castell 0,1, einen Stabilo Fineliner in Rot und zum Schattiere PITT Graphite Pure 2900 9B. Die Fülle der Muster läd ein zu einer Augenreise. Viel Freude dabei.

 

Wachstum

Vor meinem Urlaub hatte ich beim Stöbern in einem Kunstfachgeschäft das Glück, weißen Passepartoukarton im A3-Format  (29,7 x  42,0cm) im Angebot zu bekommen. Die wunderbar glatte weiße Oberfläche und der stabile Untergrund reizten mich und da ich für meine Eltern eh noch ein schönes und vor allem persönliches Geschenk brauchte, begann ich, eine der Platten zu gestalten. Damit die Umrisslinien in dieser Größe nicht zu ungleichmäßig werden, nutzte ich bei meiner Vorzeichnung mit Bleistift ein flexibles Kurvenlineal. Ganz bewusst schaute ich dieses Mal auf die Uhr und zählte die vielen Stunden, die ich über diesem Bild saß. Verteilt auf fast eine gesamte Woche benötigte ich für dieses Bild 10,5 Stunden, wovon ich knappedrei Stunden allein zum Schattieren benötigte. Verwendet habe ich meine Stadtler 0,05 und 0,3 Pigmentliner und zum Schattieren einen Bleistift 5B. Insgesamt hat es wirklich Spaß gemacht und ich habe für mich festgestellt, dass ich mich auf großen Formaten wesentlich wohler fühle, als auf den kleinen. Edel gerahmt habe ich dieses Bild meinen Eltern geschenkt und die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. Selbst meinem Vater, der eigentlich nicht für Abstraktes zu haben ist, hat dieses Bild gefallen.

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