How-to-do: Linienspiele 02

WELLENGANG

Bei meiner zweiten Übung ist der Ursprung des Linienspiels eine sanft gewellte Linie. Es lohnt sich, zuerst ein wenig zu experimentieren. Wirklich parallel bekommt man diese Linien wohl nur mit einem guten Computergrafikprogramm auf Vektorbasis hin. Allein durch den für jeden ganz persönlichen Schriftgrad beim Schreiben entstehen automatisch kleine Verschiebungen, die aber durchaus reizvoll sein können. Die Gegenwartskünstlerin Bridget Riley, die sich hauptsächlich auf dem Gebiet der Optical Art – auch OpArt – betätigt, hat auf diese Art Bilder geschaffen, die durch die Dichte der Linien beim Betrachter einen Flimmereffekt auslösen.

Bei meiner heutigen kleinen Übung gibt es eine Regel. Der Abstand zwischen den Berglinien soll immer größer sein, als der Abstand zwischen den Tallinien. Dadurch erreicht man im „Tal“ eine Verdichtung, die Dunkelheit schafft.

Teilen Sie zuerst das Blatt durch eine Wellenlinie. Nun füllen Sie unter Beachtung der Berg-und-Tal-Regel die eine Hälfte des Blattes.


Geschafft? Prima. Je dichter Sie die Linien zeichnen und je gleichmäßiger sie verlaufen, umso größer ist der räumliche Charakter und der Flimmereffekt entsteht. Ein kleiner TIPP an dieser Stelle: Sorgen Sie dafür, dass bei kleineren Linienführungen der Handballen auf der Unterlage aufliegt, bei größeren Linien empfiehlt es sich, den Unterarm kurz vor dem Ellenbogen aufzulegen. So kann man quasi aus dem Handgelenk heraus wunderbar gleichmäßige Linien zeichnen bzw. benutzt den Unterarm fast wie einen Zirkel. Dadurch vermeidet man zittrige und verwackelte Linien.

Kehren wir zurück zu unserer kleinen Aufgabe. Die eine Blatthälfte ist nun gefüllt. Drehen Sie nun das Blatt und füllen Sie die zweite Hälfte ebenso, wie die erste. Berge werden nun zu Tälern und Täler zu Bergen. Entlang der Ausgangslinie „kippt“ das Linienspiel und es entsteht eine interessante Form der Blickführung.

Viel Erfolg!

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Tja, ich bin ja nun kein ambitionierter Ausstellungs- und Museumsgänger, aber daß nun eine Ausstellung von Bridget Riley hier in Berlin vor 6 Tagen zu Ende ging, ärgert mich nun doch…DAS hätte ich mir angesehen. Die optischen Effekte sind schon gigantisch. Danke für Teil 2🙂


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