Bundesweiter Vorlesetag im Gustav-Heinemann-Jugendbibliothekszentrum Essen

Meine Tasche war gepackt. In ihr befanden sich neben meinem Gänseblümchenbüchlein meine Illustrationen im Großformat und als treuer Begleiter durfte auch mein kleiner weißer Plüschdrache mit, dessen Name – wie kann es anders sein – Gänseblümchen ist. In der Stadtteilbibliothek Schonnebeck in Essen war bereits alles liebevoll vorbereitet. Drei Leseecken waren eingerichtet. Erste Weihnachtsdekorationen funkelten vor sich hin, bequeme Bodensitzkissen warteten auf die Fünftklässler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und für mich als Vorleserin stand ein plüschiger Sessel bereit. Eine Leselampe verstärkte den Eindruck, dass hier bald schon Kinder in Buchwelten entführt werden sollten.

Zweimal sollte ich an diesem besonderen Tag aus meinem Buch vorlesen. Jeweils eine Stunde hatte ich Zeit, um meine Entführungspläne umzusetzen. In guter Gesellschaft weiterer Vorleser, wie zum Beispiel dem Direktor der Stadtbibliothek Essen Klaus Peter Böttger, dem Kabarettisten, Autor und Sprachwissenschaftler Kalle Henrich und einigen mehr, sollte dies ein unvergesslicher Tag für die Kinder werden. Es war schön zu erleben, wie die Kinder mitfieberten. Sie erfuhren, wie Gänseblümchen zu ihrem Namen kam, konnten erkennen, wie man im Märchental mit Problemen umgeht, wenn zum Beispiel ein Elf ausgegrenzt wird, und lernten den freundlichen Waldschrat Knorf kennen. Wie schön war es, in die leuchtenden Kinderaugen zu schauen, die dann doch enttäuscht waren, dass ich nicht das gesamte Buch vorgelesen habe. Vielleicht findet sich ja die ein oder andere Mama oder Oma, die ihrem Kind mit diesem Buch „Drachenmädchen Gänseblümchen im Elfenland“ eine kleine Freude bereiten möchten.

 

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Published in: on 18. November 2017 at 18:31  Comments (1)  
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14. Bundesweiter Vorlesetag der Stiftung Lesen am 17.11.2017

 

Morgen ist es nun soweit. Zum ersten Mal wurde ich darum gebeten, an dem jährlich stattfindenden Vorlesetag, der bundesweit stattfindet und von der Stiftung Lesen, Die Zeit und der Deutschen Bahn Stiftung initiiert wird, einmal nicht nur mit Kindern als Gast teilzunehmen, sondern selbst als Vorleserin zu agieren. Es wird mir eine große Ehre sein, am morgigen Vormittag zusammen mit einigen anderen Vorlesern im Gustav-Heinemann-Jugendbibliothekszentrum Essen/Schonnebeck junge Zuhörer und Zuhörerinnen mit dem gelesenen Wort in eine ganz neue Welt – der Welt des Kinderbuches – zu entführen.

Aber warum ist Vorlesen so wichtig? Was macht es mit dem Vorleser und dem Zuhörer?

In meinem täglichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen als Deutschlehrerin habe ich festgestellt, dass Kinder, die wirklich gern lesen und für die ein Buch zum Lebensalltag gehört, immer seltener werden. Auf meine Bitte, doch einmal das Lieblingsbuch mitzubringen, höre ich dann oft: „Wir haben gar keine Bücher.“ oder „Ich lese nicht. Ich spiele lieber mit Playstation, Smartphone oder ähnlichem.“ Diese Entwicklung ist erschreckend, denn durch mangelnde Lesekompetenzen leiden auch die Schreibkompetenzen. Das immer wieder gelesene Wort prägt sich ein. Der Wortschatz wird angereichert und das Gefühl für „gute Sprache“ entwickelt sich. Wie aber sollen Kinder Freude am Lesen bekommen, wenn sie doch kaum gute Bücher in den Händen halten? Sicherlich, da gibt es die Schulbücher und als Deutschlehrer bemüht man sich durchaus, als Ganzschrift ein Buch auszuwählen, mit dem man möglichst viele Kinder erreicht. Aber das eigene Buch, das man sich vielleicht sogar selbst aussuchen durfte, ist schon etwas Besonderes. Dieses Bedürfnis nach dem eigenen Buch aber muss geweckt werden. Und hier kommen Mama, Papa, Oma und Opa ins Spiel. Sie sind nicht nur diejenigen, die die Lektüre finanzieren, sondern eben auch das erste Bindeglied zwischen Kind und Buch noch ehe erste eigene Leseerfahrungen gemacht werden. Jeden Tag ein paar Minuten Zeit zu finden, um Töchterchen oder Söhnchen eine kleine Geschichte vorzulesen, vielleicht als Gute-Nacht-Geschichte, um den Weg ins Traumland zu ebnen, macht nicht nur Spaß, sondern es schafft eine besondere Art der Nähe. Wie gerne erinnere ich mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Vorlesen war unser allabendliches Ritual, solange sie noch nicht selbst lesen konnten. Mit Worten und der Stimme kann man so den kleinen Zuhörer an die Hand nehmen und in die Buchstabenwelten entführen, die so aufregend, spannend und ganz anders als der Alltag sind. Selbst größere Kinder lassen sich so noch gern in Geschichtenwelten entführen. Getragen von der Stimme, die, wenn gut vorgelesen wird, auch das Wesen der Protagonisten spiegelt (Ein guter Vorleser ist ein ganz kleines bisschen auch Schauspieler.), haben Kinder die zauberhafte Eigenart, ganz in die Handlung einzutauchen, sich mit dem Helden oder der Heldin zu identifizieren und dem Bösewicht den Kampf anzusagen. Und da eine gute Geschichte, ein gutes Buch auch immer eine Botschaft in sich trägt, lernen die Kinder so auch, mit Problemen umzugehen und die Welt einmal auf eine andere Art zu sehen.

Und es gibt nichts schöneres, als am Ende einer Geschichte in Kindergesichter zu schauen, deren Wangen gerötet sind, deren Augen verträumt glänzen und die fragen: „Und wie geht die Geschichte weiter?“

Ich freue mich auf euch morgen zum bundesweiten Vorlesetag.

Eure Simone Bischoff

 

 

Published in: on 16. November 2017 at 18:11  Comments (2)  
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Gänseblümchenuniversum

Lange ist es her, dass ich hier in meinem Blog etwas geschrieben oder auch gezeigt habe. Das hatte einen guten Grund, denn in den letzten Monaten arbeitete ich an der Verwirklichung eines meiner ältesten Kindheitsträume: Mein eigenes von mir geschriebenes und illustriertes Buch. Drängender wurde der Wunsch, als ich am Ende des letzten Jahres als Folge meiner ersten Veröffentlichung eines meiner Märchen in der Märchenanthologie „Joshuas Märchenreich“ mit verschiedenen Autoren ins Gespräch kam. Vor allem der Kinderbuchautor John Barns ermutigte mich und bat mich darum, doch eine meiner kleinen Geschichten mal als Leseprobe an seinen Verlag senden zu dürfen. Ich stimmte zu, ganz ohne Erwartungen und dem Wissen, dass es nicht schaden könne, einmal zu sehen, wo man steht und vielleicht auch, um konstruktive Kritik zu erfahren. Das war dann wohl der berühmte Stein des Anstoßes. Bereits zwei Wochenspäter erhielt ich die Rückmeldung des DeBehr – Verlages, dass sie verzaubert seien und das ganze Manuskript haben wollten. Das gab es aber zu jenem Zeitpunkt nur in meinem Kopf, musste also so nebenbei zu Papier gebracht werden. Gesagt, getan …. neben meiner Arbeit als Lehrerin, deren Zeit sich gerade auch dadurch, dass ich eine Abschlussklasse zu unterrichten hatte und entsprechend reichlich mit Korrekturen beschäftigt war, nutzte ich jede freie Minute, um zu schreiben und mein „Gänseblümchenuniversum“ (Das ist eine Wortschöpfung meiner Tochter.) zu errichten. Beim Schreiben fiel mir auf, dass ich immer Bilder im Kopf hatte, die mich von einer Episode zur anderen führten. Und so hätte ich es nicht ertragen, wenn ein mir unbekannter Mensch die Illustrationen angefertigt hätte. Also griff ich zu meinen Farbstiften und zeichnete, zeichnete, zeichnete. Alles wurde vom Vertrag wohlwollend angenommen und nun ist das letzte Wort geschrieben, der letzte Strich gezeichnet und mir bleibt nur noch abzuwarten, wann das Buch in den Regalen stehen wird.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zu einem Dialog mit dem Drachenmädchen Gänseblümchen erhaltet ihr auch hier bei Facebook.

Steine und Perlen

Meine Ausstellung in der „Galerie der anderen Art“ in Aue geht nun in die Endrunde und so werde ich nach und nach hier einige meiner Bilder, die ich dort ausstellte, zeigen. Da ich aber auch in der Zwischenzeit nicht ganz untätig war und bin, wird es auch neues zu sehen geben.

Noch immer faszinieren mich Steine und es sind Perlen mit ihrem ganz eigenen Glanz dazu gekommen. Noch in der letzten Woche vor dem Aufbau der Ausstellung zauberte ich so drei Grafiken mit eben dieser Thematik: „Perlen und Steine“ Die Grafiken haben eine Größe von je 21 x 29,7 cm und wurden von mir auf guten Bristol-Papier (250 g/qm) gezeichnet – mein absoluter Favorit, wenn es um die Wahl guten Papiers geht. Die Glätte der Oberfläche lässt auch die Steine und Perlen in ihrer Farbigkeit schimmern und es ist eine gute Ausarbeitung feinster Farbnuancen mit den Polychromos-Farbstiften möglich. Versuche auf Papieren mit einer rauen Oberfläche ergaben nicht diese Brilliance, haben aber auch ihren ganz eigenen Reiz, wie auf den folgenen 9 x 9cm – Quadraten zu sehen ist.

"Perlen und Steine" - links - Galerie der anderen Art Aue

„Perlen und Steine“ – links – Galerie der anderen Art Aue

 

"Perlen und Steine" - Mitte - Galerie der anderen Art Aue

„Perlen und Steine“ – Mitte – Galerie der anderen Art Aue

 

"Perlen und Steine" - rechts - Galerie der anderen Art Aue

„Perlen und Steine“ – rechts – Galerie der anderen Art Aue

 

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Gastausstellerin in der „Galerie der anderen Art“ Aue

Es ist geschafft. Wochen intensivster Vorbereitung haben gestern einen ersten krönenden Abschluss gefunden. Es musste an so vieles gedacht werden und der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Hintergrundpapier musste gekauft, zugeschnitten und später in die Rahmen, die natürlich auch noch gekauft werden mussten, eingepasst werden. Ich schrieb kleine Kärtchen für die einzelnen Bilder, laminierte sie, besorgte wieder ablösbares beidseitiges Klebeband, um diese an der Wand neben den Bildern zu befestigen, rahmte die Bilder und Perfektionistin, die ich nun mal bin, musste auch da alles millimetergenau passen. Meine Vita in Kurzform – diesen Tipp erhielt ich von dem Zeitungsredakteur der Freien Presse Aue/Chemnitz, der mich vorab auch noch via Mail für einen Zeitungsartikel interviewte – musste geschrieben und repräsentabel in Szene gesetzt werden. Hinzu kam, dass sich während des Rahmens der Bilder zeigte, dass eine Glasscheibe unschön angeschlagen war. Also musste ich noch einmal los und einen neuen Rahmen, der natürlich im Stil auch passen musste, besorgen. Gestern dann habe ich mit tatkräftiger Hilfe meiner Mutter und ihrer Schwester die Ausstellung aufgebaut. Geballte Frauenpower sozusagen, die auch nötig war, denn allein hätte ich das nie so gut hinbekommen. Zwischen all den schweißtreibenden Arbeiten musste ich mich dann noch den Pressekameras stellen (Link folgt, sobald verfügbar). Schön war es, das Feedback der Auer Pressesprecherin zu bekommen, die ganz begeistert war und sich freute, dass ich am kommenden Dienstag- und Mittwochnachmittag öffentlich zeichnen werde und gegebenenfalls anleite, wer sich traut, mit Stift und Papier Musterkacheln zu zeichnen. Sie mag versuchen, dort mitzumachen. Am anstrengendsten waren die Feinarbeiten am Ende des Aufbaus. Die Bilder hängen an einer Galerieschiene. Damit das Ganze stimmig aussieht, musste ich wieder und wieder auf die Leiter (und das bei meinem Höhenproblem) und die Höhe der Aufhängung einstellen und justieren. Aber schließlich war auch das geschafft. Schnell noch einmal mit einem Läppchen die Glasscheiben der Rahmen poliert, Visitenkarten ausgelegt und endlich konnte ich ein paar Fotos machen:

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meine Ausstellung - links

meine Ausstellung - rechts

Diese Großgrafiken zeige ich zu gegebener Zeit noch einmal im Detail .... Sie sind das Herzstück und stehen sinnbildlich für festgehaltene und erfüllte Träume

Diese Großgrafiken zeige ich zu gegebener Zeit noch einmal im Detail …. Sie sind das Herzstück und stehen sinnbildlich für festgehaltene und erfüllte Träume

An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die mir immer wieder Mut machten, mich stärkten und halfen, diese Ausstellung auszurichten. Es ist schön, dass es euch gibt.

Allen Besuchern dieser Ausstellung wünsche ich eine zauberhafte Augenreise. Und in der „Galerie der anderen Art“ Aue gibt es so vieles zu entdecken, was ungewöhnlich ist und einfach nur begeistert.

Published in: on 31. Juli 2016 at 13:55  Comments (1)  
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Premiere – Meine erste Ausstellung

Entwurf Ankündigung 3

Nun rückt er näher, dieser berühmte Tag X, an dem ich mich mit meinen Bildern, vor allem mit meinen Großgrafiken, einem breiten Publikum stellen werde. Ich feiere meine Ausstellungspremiere:

Vom 1. – 31. August 2016 zeige ich eine kleine Auswahl meiner Bilder in der „Galerei der anderen Art“ in Aue im Erzgebirge als Gastausstellerin.  Ausgewählt habe ich eine Mischung aus bereits hier gezeigten Bildern, aber auch unbekannten Großgrafiken, die ich im August nach und nach auch hier zeigen werde.

Im Moment laufen die letzten Vorbereitungen. Die Bildauswahl ist getroffen, die kleinen Beschriftungskärtchen und meine Vita sind erstellt, der Pressetext ist in Arbeit. Ja, ich war sogar in einer Druckerei und habe mir meine großen Bilder, die zum Teil im DIN A2 – Format sind, 1:1 scannen und abspeichern lassen, sodass ich irgendwann davon vielleicht einmal Kunstdrucke anfertigen lassen oder sie für einen Kalender für das kommende Jahr verwenden kann. Möglichkeiten gibt es so viele. Nun bleibt mir nur noch eine lange Bahnfahrt, das Rahmen der Bilder und der Aufbau meiner Ausstellung einschließlich eines Termins mit der Pressefotografin. Das Lampenfieber bekomme ich gratis dazu, aber ich muss gestehen, es macht ausgesprochen Spaß, all das vorzubereiten.

Ich werde meine geneigten Leser hier auf dem Laufenden halten.

 

Published in: on 20. Juli 2016 at 13:03  Comments (1)  
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Orkan „Ela“

Pfingstmontag, es ist 20.35 Uhr. Wir wollten es uns eben ein wenig gemütlich machen und den heißen Tag in Ruhe ausklingen lassen, als der Strom ausfiel. Zuerst schauten wir natürlich nach den Sicherungen, aber ein kleiner Tumult im Treppenhaus zeigte uns, dass auch die anderen Hausbewohner betroffen waren – und nicht nur die. Ein ganzes Viertel stand ohne Strom da und selbst die Straßenbeleuchtung versagte. Also beschlossen wir, aus der Not eine Tugend zu machen und richteten uns auf unserem Balkon, den ich eben frisch mit Blumen in allen Farben bepflanzt hatte, mit einem Gläschen Wein ein. Bei Tagestemperaturen über 30 Grad und einer drückenden Schwüle war es noch immer sehr warm, aber zumindest brannte die Sonne nicht mehr auf uns herab. Kaum saßen wir, beobachteten wir am Himmel ein Schauspiel, welches ich so noch nie gesehen hatte. Wie eine riesige Welle schoben sich schichtweise Wolken übereinander. Es wurde innerhalb kürzester Zeit dunkel. Die Wolken nahmen eine eigenartig rotbraune Farbe an. Wir sicherten  unsere Balkonmöbel und schon begann ein Unwetter, dass das Leben hier in Essen im Zentrum des Ruhrgebietes verändern sollte. Es wurde stockdunkel und es begann zu regnen und zu stürmen. Blitze zuckten ohne Unterbrechung über den Himmel und es krachte und toste. Wir standen an der Balkontür und beobachteten das Schauspiel. Mitunter konnte man durch diesen Starkregen nur wenige Meter weit sehen und nur schemenhaft ausmachen, was wirklich geschah. Mit eigenen Augen mussten wir ansehen, wie eine wunderschöne, gesunde , alte Kastanie in nur wenigen Minuten durch die Wucht der Elemente in drei Teile gespalten und gefällt wurde. Dachziegel stürzten zu Boden. Die Fensterscheiben vibrierten und wir hatten wirklich Angst, dass sie eingedrückt werden. Unsere Balkontür wurde soweit nach innen gedrückt, dass das Wasser in die Wohnung lief. Über eine Stunde tobte das Unwetter. Es war beängstigend. Danach Stille. Die Menschen trafen sich auf der Straße. Bestandsaufnahme. Autos waren unter Ästen begraben und verbeult. Die Menschen geschockt.

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Wolkenformationen wie eine riesige Welle

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Beängstigend: Die Wolken hatten eine rotbraune Färbung, hier ansatzweise erkennbar

Am Morgen danach wurde für alle das Ausmaß dieses Orkans, der inzwischen den Namen „Ela“ erhalten hat, sichtbar. Überall umgestürzte Bäume, zum Teil Autos, die darunter begraben wurden. Dachziegel auf den Straßen, die nicht mehr befahrbar waren. Dicke Äste, die nur noch an Fasern in den Bäumen hingen und noch immer eine Gefahr darstellen. Das gesamte öffentliche Leben lahmgelegt. Zugverkehr ist nicht möglich. U-Bahnen fuhren nur im unterirdischen Bereich. Die Straßen nicht befahrbar. Viele Schäden auch an den Gebäuden. Überall auch angeschwemmtes Laub und Schmutz. Viele Geschäfte konnten nicht öffnen, weil die Menschen keine Chance hatten, an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Kindergärten und Schulen blieben geschlossen, einige davon können erst kommende Woche wieder öffnen. Die Stadt setzt Prioritäten, sorgt sich erst einmal darum, dass das Verkehrsnetz wieder funktioniert, wenn auch mit Einschränkungen. Im Folgenden möchte ich einfach Bilder sprechen lassen vom Tag 1 nach dem Orkan:

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Heute dann, am Tag zwei nach „Ela“, schaute ich mich etwas genauer hier im Stadtviertel in unmittelbarer Nähe um. Was ich sah, hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben. Es sind Bilder, die ich wohl für lange Zeit nicht vergessen kann, Eindrücke auch, die mich mit Fassungslosigkeit erfüllen. Trotz der Warnungen der Medien, dass Spielplätze und Parkanlagen zu gefährlich wären, als dass sie betreten werden könnten, schob eine junge Mutter ihren Kinderwagen unter einer Absperrung durch, um den wohl kürzeren Weg durch den Park zu gehen. In eben diesem Park sah ich spielende Kinder direkt neben einem entwurzelten Baum ungeachtet der Gefahr. Für sie war das wohl ein riesiger Abenteuerspielplatz. Ich sah kleine Reihenhäuschen unter Bäumen begraben. Ein großer entwurzelter Baum stürzte auf einen eben errichteten Neubau eines Kindergartens. Ein alter Baum mit einem Stamm so dick, dass einer allein ihn nicht umarmen könnte – umgeknickt wie ein Streichholz. An manchen Stellen heute auch die ersten Spuren von Aufräumarbeiten, um Wege zu schaffen und die Straßen wieder frei zu bekommen. Aufgefallen ist mir, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kamen. Überall wurde geholfen, weil Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Bundeswehr nicht alles schaffen können. In solchen Katastrophensituationen finden die Menschen zueinander und das ist gut so. Die Folgen dieses Orkans werden noch in Jahren zu sehen sein. Viele alte Bäume, die auch das Stadtbild prägten, werden mit Sicherheit vermisst werden. Ein Dank an dieser Stelle all jenen, die in harter, unerbittlicher Mühe  bis an die Grenzen ihrer Kräfte gehen, um möglichst bald dafür zu sorgen, dass eine gewisse Normalität in das öffentliche Leben wieder einkehren kann. 

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All die Bilder – sie sind Momentaufnahmen, Ausschnitte von dem, was ich gesehen habe. Ich selbst bin fassungslos, zutiefst berührt, spüre deutlich, wie klein doch der Mensch ist im Angesicht solcher Urgewalten.

Published in: on 12. Juni 2014 at 19:51  Comments (1)  
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