Ein bisschen mehr Schwarz

Der Schwarz-Weiß-Kontrast gilt in der Grafik als der stärkste Kontrast.  Durch ihn kann man Licht- und Schatteneffekte erzeugen und somit für Räumlichkeit sorgen und es entsteht eine gewisse Dramatik. Beim Zeichnen von Mustern werden so manche erst wirklich interessant und zu einem Blickfang, wenn man sich die Mühe macht, auch hier mit dem Schwarz-Weiß-Kontrast zu arbeiten.

©SB_sw01_17052016Neben den zarten Mustern treten die schwarzen Perlen mit ihren hellen Lichtreflexen besonders hervor und lenken so den Blick.

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Bei meiner zweiten Musterzeichnung, in der ich unter anderem auch Muster aus meiner eigenen Mustergalerie verwendete, habe ich bewusst nur solche Muster ausgewählt, die erst durch die Schwarz-Weiß-Füllung einzelner Musterelemente wirklich zur Wirkung kommen.

Stripes – Streifen

In dieser Woche stellte Laura Harms alias Die Diva eine Wochenaufgabe, die mich ansprach, weil sie immer wieder Verwendung findet gerade auch in meinen großen Grafiken, an denen ich im Moment zeichne: Streifen. Und so habe ich zu meinem Sepiastift gegriffen und statt mit Grafit zu schattieren, verwendete ich einen entsprechenden Farbstift. Außerdem hatte ich Lust, auch wieder einmal mein Muster Jasmin zu verwenden, das im Hintergrund zu sehen ist.

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Gems / Edelsteine – eine kleine Anleitung

Auf vielfache Bitten und Nachfragen möchte ich dem Besucher meiner Kunstkramkiste heute eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Zeichnen von Gems / Edelsteinen an die Hand geben. Bevor ich jedoch damit beginne, sind einige Vorbemerkungen wichtig, die zum Gelingen der Zeichnung beitragen sollen. Ich habe für die Farbgestaltung Polychromos-Farbstifte von Faber Castell verwendet. Diese Stifte gibt es in einer großen Farbvielfalt, besitzen eine wunderbar weiche Pigmentierung und die Farben lassen sich untereinander gut mischen, was wichtig ist, wenn man zum Beispiel opalisierende Steine zeichnen möchte. Außerdem lassen sich die Pigmente gut mit dem Papierwischer bzw. Estompen verteilen. Auch dieses Hilfsmittel ist unabdingbar für das Gelingen der Steine. Nach jeder Farbschicht, die ich aufgetragen habe, habe ich diese grundsätzlich mit dem Papierwischer „weichgezeichnet“ und geglättet – je nach Papierqualität entsteht so eine entweder sehr glatte Oberfläche (siehe auch mein letzter Beitrag) oder der Stein nimmt die Papierstruktur an. Entsprechend der eigenen Gestaltungsabsicht sollte also auch auf die Papierwahl geachtet werden. Statt eines Papierwischers kann man auch einen weißen Farbstift verwenden. Für die weichen Lichtreflexe am oberen und unteren Rand benutzte ich einen Radierstift (Tombow Mono Zero Ultra-Fine 2,3mm), der ähnlich wie ein Druckbleistift funktioniert, und für die starken Lichtreflexe einen weißen Hybrid-Gelroller 1,0mm.

Gerade Halbedelsteine zeichnen sich durch kleine Einschlüsse, Maserungen oder gar Marmorierungen aus. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund habe ich meine Anleitungen in insgesamt 9 Schritten erstellt und drei verschiedene Steine gestaltet. Am Beispiel des Steines A erkläre ich die einzelnen Schritte. Beispiele B und C habe ich entsprechend der Arbeitsschritte nummeriert. Für die fertige Zeichnung mit Fassung und die Gestaltung rund um den Stein verwendete ich Eco-Pigmentliner 0,1 von Faber Castell.

Stein A

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SB_TutorialGems01_18062016Schritt 1:

Zeichne mit einem Pigmentliner die äußere Form des Steines.

Schritt 2:

Wähle dir drei Farben, in denen dein Stein erstrahlen soll. Nimm die hellste der drei Farben und grundiere ganz zart. Verwische diese Fläche mit dem Papierwischer. (Anmerkung: Dieses Verwischen habe ich nach dem Auftragen jeder Farbschicht durchgeführt, sodass ich das in den kommenden Arbeitsschritten nicht wiederholen werde.)

Schritt 3:

Nimm die nächstdunklere Farbe und lege diese Farbschicht so über die erste, dass im unteren Drittel des Steines die Farbschicht darunter unangetastet bleibt. Achte beim Verwischen darauf, dass sich ein fließender Farbübergang entwickelt.

SB_TutorialGems02_18062016

Schritt 4:

Wiederhole Schritt 3 nun mit der dunklen Farbe, wobei auch hier von der zweiten Farbe ein Bereich um die erste Farbe unangetastet bleiben soll.

Schritt 5 und 6:

Wiederhole die Arbeitsschritte 3 und 4 bis zur gewünschten Farbintensität. Vergiss das Verwischen nicht und achte darauf, dass die Farben zum Rand des Steines dunkler werden.SB_TutorialGems03_18062016

Schritt 7:

Lege nun mit einem sehr spitzen Buntstift die Einschlüsse, Maserungen oder Marmorierungen des Steines an, wenn du das wünschst. Verwische, denn so rückt diese Struktur optisch in das Innere des Steins.

Schritt 8:

Mit der dunkelsten Farbe kannst du die Struktur noch betonen. Ich nehme dafür auch gern einmal einen sehr spitzen schwarzen Farbstift, wenn der Stein eher dunkel ist. Verwische und erst dann legst du nun mit dem Radierstift die weichen Lichtreflexe am oberen und unteren Rand des Steines an, wobei der untere Lichtstreifen sehr nah am Rand sein sollte. Mit einem weißen Gelroller kannst du jetzt die Starke Lichtspiegelung auf die Oberfläche des Steines zeichnen. Durch Unterbrechungen der Spiegelung wirkt das authentischer. Auch im unteren Bereich können durchaus kleine Spiegelungen eingezeichnet werden.

Schritt 9:

Mit dem schwarzen Farbstift kannst du nun den Stein am Rand vorsichtig schattieren, sodass eine Raumillusion entsteht und der Stein an Tiefe gewinnt.

 

Der Stein an sich ist nun fertig, sieht aber noch recht langweilig aus. Und so wie im richtigen Leben wird er durch die richtige Fassung veredelt. Wir haben auf dem Papier dann noch die Möglichkeit, die Umgebung zu gestalten. Beachte, dass der Stein ein Körper ist und entsprechend einen Schatten wirft. Nutze für das Schattieren auch deine Farbstifte, die du für den Stein verwendet hast. Dadurch wirkt dieser leicht durchsichtig . Ich mische hier fast immer den Bleistift, den ich zum Schattieren des gesamten Bildes verwende, mit der Farbe des Steines.

SB_TutorialGemsA_Beispiel_18062016

 

Stein B und C

Farbwahl Stein B

Farbwahl Stein B

Farbwahl Stein C

Farbwahl Stein C

SB_TutorialGems01BC_18062016SB_TutorialGems02BC_18062016SB_TutorialGems03BC_18062016

SB_TutorialGemsB_Beispiel_18062016

SB_TutorialGemsC_Beispiel_18062016

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren, Nachmachen und Experimentieren.

Faszination Steine

Ich erwähnte bereits, dass das Zeichnen von Steinen doch eine gewisse Faszination bei mir auslöste. Vor allem liegt der Reiz auch darin, hier mit den Farbstiftfarben zu spielen und in gewisser Weise im Wechselspiel mit dem Lichtwunderbar mit Kontrasten auch umzugehen, sodass Tiefe entsteht, ja, man fast das Gefühl bekommt, man könne die Steine greifen und vom Papier pflücken. Das wird im Original noch dadurch gestützt, dass die Farbpigmente auf dem Papier schimmern – leider geht dieser Glanzeffekt durch das Scannen verloren.

Dieses Bild habe ich auf ein feinweißes A4-Blatt gezeichnet. Für die Steine verwendete ich meine Polychomos-Farbstifte von Faber Castell.

©SB_8sam03_09032016

Musterbeispiele 8sam

Letzte Nacht stellte ich mein neues Muster 8sam vor. Heute nun habe ich zwei kleine Mustererprobungen angefertigt und konnte dem Reiz der Steine nicht widerstehen. Und da diese Steine fast schon wie Bernstein anmuten, habe ich das Musterband coloriert, sodass es wie eine zarte goldene Kette anmutet und damit der dieswöchigen 257. Challenge der Diva, deren Aufgabe als Gastbeitrag von Amy Broady gestellt wurde, gerecht wird. Es ging darum, dem Bild einen Schimmer zu verleihen, es zum Glänzen zu bringen. Ich wollte nicht zu den herkömmlichen Gold- und Silber- oder zu Metallicstiften greifen. Also lasse ich mein Bild einfach durch das Dargestellte – Bernstein und Goldkettchen – glänzen.

©SB_8sam01_06032016

©SB_8sam02_06032016

 

Steine

Hin und wieder sind mir in verschiedenen Blogs mit Farbstiften gezeichnete Edel- bzw. Halbedelsteine begegnet, sodass ich das nun selbst einmal ausprobieren wollte. Ich bin fasziniert, mit welch geringen Mitteln man hier diesen edlen Charakter der Steine einfangen kann und wie schön sich das mit Mustern auch kombinieren lässt. Das wird mit großer Sicherheit nicht mein letzter gewesen sein und es drängt mich regelrecht, das einmal in einer großen Grafik einzusetzen oder eine kleine ATC-Serie anzufertigen.

Ich verwendete von Faber Castel meine Polychromos-Farbstifte.

©SB_Stone01_05032016~1

Published in: on 5. März 2016 at 13:37  Comments (3)  
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Blaue Federn

Immer wieder haben mich beim Stöbern im Netz die vielfältig gestalteten Federn fasziniert. Und so habe ich selbst einmal zwei davon gestaltet, die erste auf feinweißem Bristol-Zeichenpapier mit einer wunderbar glatten Oberfläche. Die zweite zeichnete ich auf strukturiertes Papier und gestaltete damit eine Geburtstagskarte. Man kann gut erkennen, dass sich die Pigmente der Farbstifte nicht gleichmäßig verteilt haben. Aber ich finde, das hat seinen ganz eigenen Reiz und wird dem Material gerecht. Der Hintergrund ist Motivkarton. Selbst das Zeichnen dieser Federn vermittelt eine gewisse Leichtigkeit und ich bin mir sicher, dass das nicht meine letzten gewesen sein werden.

©SB_Feder01_08022016

 

©SB_Geburtstagskarte02_28022016

Published in: on 28. Februar 2016 at 19:26  Comments (1)  
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Der Geist der Vergangenheit

Knappe fünf Jahre ist es nun her, dass ich diese Form des Zeichnens für mich entdeckte. Inzwischen kann ich wohl zu Recht anmerken, dass ich daraus meinen ganz eigenen Stil entwickelt habe und längst zeichne ich auf wesentlich größeren Formaten, als auf den bekannten 9x9cm Papierquadraten. Vieles habe ich ausprobiert in der Zwischenzeit, aber die Begeisterung hat nie nachgelassen. Laura Harms alias Die Diva ließ in der Wochenaufgabe Nummer 255 den „Geist der Vergangenheit“ aufleben und stellte die Aufgabe, die erste Musterzeichnung aufzugreifen und noch einmal auszuführen. Mal davon abgesehen, dass ich im April 2011 meinen Blog startete mit ersten verspielten Musterkritzeleien, Ostereiern und meinem Lienienspiel-Tutorial, so war mein erstes Musterquadrat die Lösung der 19. wöchentlichen Aufgabe der Diva. Ich hatte mein erstes Muster Florentine entworfen, das einem Jugendstilmuster aus einem Werk von Klimt entnommen war. Und ich stellte für mich fest: Ich habe wohl einiges an Mustern entwickelt, wie meine Mustergalerie zeigt, aber ich habe meine eigenen Muster kaum genutzt. Daran sollte ich wohl dringend etwas ändern. Aber hier nun zum Vergleich meine erste Kritzelei und deren heutige Umsetzung:

25.April 2011

25.April 2011

 

©SB_Ghosts_of_Tangles Past01_20022016

Ich bin im Zeichnen meiner Muster sicherer geworden und ebenfalls beim Schattieren. Und ich habe gutes Papier zu schätzen gelernt. Damals verwendete ich kleine Notizblättchen aus einer Zettelbox, die gerade die richtige Größe hatten. Heute nutze ich mit Vorliebe Bristol-Zeichenpapier. Und weil mir diese Aufgabe wirklich Freude bereitet hat und ich neugierig war, wie sich mein Stil bis heute auch bei einem anderen Bild entwickelt hat, wählte ich noch ein weiteres Bild aus, welches ich am 31.Mai 2011 online stellte. Es ist ebenfalls die Lösung einer dieser Wochenaufgaben der Diva, bei der es um Streifen ging. Wer genau hinschaut, kann erkennen, dass ich hier bei einigen der Streifen Großbuchstaben und das @-Zeichen als Musterbausteine nutzte.

31.Mai 2011

31.Mai 2011

©SB_Ghosts_of_Tangles Past02_20022016

Danke für diese tolle Aufgabe und schöne Erfahrung.

Valentinstag 2016

 

©SB_Valentinstag01_14022016

                                       HerzerblühenSepia und Polychromos

Jedes Herz,
egal in wessen Brust,
schlägt erst einmal im Verborgenen.
Achtsamkeit und die Liebe zu sich selbst
lässt es keimen.
Aber erblühen wird es nur
durch denjenigen,
der es entdeckt,
mit Fürsorge und Hinwendung
und seiner Liebe nährt.
Wahrhaft erstrahlen kann es aber nur
in Beidseitigkeit.
Erst dann kann man auch
die Saat dieser Liebe ernten.

Herzbindungen

                                                            Herzbindungen

Beständigkeit, Ehrlichkeit und Zuversicht
wird die Herzen aneinander binden.
Eigennutz, Arroganz und Unachtsamkeit jedoch
wird es verletzen und zurückstoßen
in die Einsamkeit des Verborgenseins.

Herzräume

                                                                   Herzräume

Öffnen wir also unsere Herzen,
dann werden wir spüren.
in ihm liegt die Saat der Liebe
und es gibt ganz viel Raum
für viele andere Herzen.

© Simone Bischoff

Ich wünsche all meinen Bloggästen einen zauberhaften Valentinstag 2016.

Möge Liebe eure Herzen zum Erblühen bringen.

 

Molygon und eine Geburtstagskarte

Vor einer Woche schaute ich wieder einmal bei Laura Harms hier vorbei, um zu sehen, welche wöchentliche Aufgabe sie stellte. Ich mag die Aufgaben, in denen man neue Muster ausprobiert und so sollte es also sein, dass das Muster Molygon verwendet werden sollte. Es ist ein verspieltes Muster mit ganz vielen Möglichkeiten. Aber immer wieder erinnern mich die kleinen bohnenförmigen Flächen, gerade wenn man sie farbig gestaltet, an kleine bunte Bonbons. Meine beiden Varianten sind in den beiden folgenden Bildern (12×12 cm) zu sehen.

©SB_Molygon_05022016

©SB_Molygon_08022016

Aber nicht nur diese Bilder sind entstanden. So hatte in der letzten Woche eine liebe Freundin Geburtstag. Und wie es sich gehört, gab es neben dem Geschenk natürkich auch eine Geburtstagskarte. Ich weiß gar nicht, wann ich zum letzten Mal eine Karte gekauft habe – ich gestalte sie grundsätzlich selbst.

©SB_Geburtstagskarte_02022016

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