Valentangle

Am 14. Februar war Valentinstag. Und so stellte die Diva in ihrer letzten Challenge die Aufgabe, „Valentangles“ anzufertigen. Ich hatte sie pünktlich fertig, allerdings nicht so die rechte Zeit, die Bilder zu scannen und hier einzustellen.

Die erste Zeichnung hat Postkartengröße und ich habe sie mit einem Text meines Lieblingslyrikers Hans Kruppa kombiniert.

©SimoneBischoff_Valentangle01_17022014

In der zweiten Zeichnung – 12x12cm groß – habe ich einfach in Herzen und der Farbe Rot gebadet, habe mich ganz dem wunderbar weichen Farbauftrag der Polychromos-Buntstifte hingegeben und entstanden sind viele, viele Herzen, die von Herzen kommen. Die Lichtreflexe entstanden mithilfe eines Radierstiftes, den ich hier zum ersten Mal bei einer Farbstiftzeichnung ausprobierte.

©SimoneBischoff_Valentangle02_17022014

Schrift in Szene gesetzt

Noch zwei weitere Male habe ich hier Schrift in Szene gesetzt. Bei beiden Varianten habe ich mit meinem Kaligraphiefüller und der entsprechenden Bandzugfeder geschrieben und festgestellt, dass es doch immer wieder schön ist sich diesem Schreibfluss hinzugeben. Ich sollte viel öfter diesen Füller nutzen.

Im ersten Bild habe ich Schrift in Spiralform als grafisches Stilelement eingesetzt. Dadurch wird der Inhalt des Textes nicht sofort sichtbar. Die Betrachter des Originals haben sofort das Blatt genommen und begonnen, es zu drehen, um den Inhalt der Worte erfassen zu können. Da jedoch kaum jemand seinen Monitor in die Hand nehmen und wieder und wieder drehen wird, möchte ich an dieser Stelle diese aus Irland stammenden Worte festhalten:

„Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand, das freundliche Lächeln oder der menschliche Kontakt, sondern das erhebende Gefühl, jemanden zu haben, der an einen denkt und einem Vertrauen schenkt.“

Beim zweiten Schriftbild ist das Wort präsenter, da der Text das gesamte Blatt füllt, ausgenommen eine freie unregelmäßige Stelle in der Mitte, die ich bemustert habe. Hierfür nutzte ich das Muster „bridgen“, welches die Diva in dieser Woche  thematisierte.

Zum Schluss möchte ich eine neue Kreiskritzelei zeigen, die heute entstand. Der Durchmesser beträgt 16 cm und ich habe den Staedtler Pigmentliner 0,1 zum Zeichnen verwendet. Dieses Mandala ist von Innen nach Außen gewachsen und ich war dann selbst überrascht über den Raumeffekt, der gerade nach dem Schattieren entstanden ist.

Schrift als grafisches Gestaltungsmittel

Im Kritzelforum hat Anne meine Idee aufgegriffen, Schrift in welcher Form auch immer in ein Bild einzubinden. Ich habe ein wenig experimentiert, habe in der ersten Zeichnung (21 x 21 cm) ein kleines Gedicht von Gottfried Keller handschriftlich zu einem Rahmen geformt und auf die gleiche Art in der zweiten Kritzelei (10×10 cm) meinen Namen verwendet. Aufgrund der Wiederholung ein und desselben Wortes entstand bedingt durch den Schreibrhythmus fast schon wieder ein neues Muster. Bei diesen beiden Zeichnungen habe ich das von der Diva initiierte Mondsichelmuster verwendet.

In der dritten Zeichnung (10 x 10 cm) ist Schrift absolut bestimmend und raumgreifend. Ganz sparsam habe ich Muster verwendet und durch dezentes Schattieren Tiefe erzeugt.

Nachtgedanken

Mondene Welt
hüllt mich in silbernes Dunkelsein,
streichelt meine Haut
und dringt in mich ein.

Gedankenspiralen rollen sich auf,
strecken ihre Tentakel,
durchdringen die Nacht,
das Drinnen und Draußen,
reichen tief in die Unendlichkeit
meines Seins.

Lichtsplitter,
Tagesscherben,
Blütenstaub empfangener Worte,
windgetragen,
kaum sichtbare Spuren hinterlassend,
doch fruchtbringend.

Erwählte Worte,
des Denkens wert,
mich formend und leitend,
von dir empfangen
im Geflecht unseres Seins.

So bin ich dir nah,
nur getrennt durch die Nacht.
Machst mein Denken licht,
erkennst mich,
mein Angesicht,
und zeigst mir:

DAS BIN ICH.
ICH BIN.

Masken

Ich fange an
ich selbst zu sein,
lasse Maske für Maske fallen.
Masken, die Schutz bieten,
die mich verbergen
in wachsender Unsichtbarkeit.
Kleine Worte nur,
von dir in mein Herz gelegt,
lassen mich dem Schein entsagen.

Wann wird die Sonne
mein Gesicht wieder streicheln?

Wann kann ich meine Haut
deiner Berührung schenken
in wachsendem Vertrauen
und in Geborgenheit?

Wann wird die letzte Maske gefallen sein?

Eva heute

Eva heute

Im Eden der Großstadtschluchten
bewegt sie sich ohne Scham.
Offen ihr Blick. Selbstbewusst.
Neugierig und provozierend
in ihrem Durst nach Leben,
begierig zu empfangen
den Apfel der Erkenntnis
gereicht von der Schlange
schillernder Werbung,
verlockend und verführend,
damit sie sich verliert,
ihr Wesen verleugnet,
das Eigentliche in ihr vergisst
im Wohlstand dieser Konsumwelt,
stets darauf bedacht
noch schöner,
noch reicher zu sein,
dabei nur die innere Leere nährend,
den Mangel an menschlicher Nähe gewinnend
und sich selbst verstoßend
in die Oberflächlichkeit.

Seiltanz

Seiltanz

Gleiten in Sphären,
die spiegeln mein Ich,
Streiflichter meines Sehnens,
Seiltanz meiner Gedanken
im Hochgefühl meines Empfindens
über dem Abgrund meiner Einsamkeit.
Kein Netz, das schützt.
Nur du als Sicherheit
vor dem Absturz,
mich treibend,
mich haltend,
mich auffangend,
wenn ich mich zu verlieren drohe
in der Schwärze meiner Nacht.

Wovon Blüten träumen

Die Sonne reicht dem Mond den Staffelstab und die Welt versinkt in silbernem Licht. Auch die kleine Blüte schließt ihre Blütenblätter, um sich von den Mühen des Tages zu erholen. Das Wispern der Blätter in den Bäumen und das Abendlied eines letzten Vogels singen sie in den Schlaf und öffnet ihr die Tür in ihre Traumwelt. Dort sieht sich die kleine Blüte, wie sie sich dem Licht öffnet und ihr kleines Köpfchen Richtung Himmel reckt. Wie wunderbar blau er ist, wie strahlend, wie keck die kleinen Schäfchenwolken auf sie herabsehen und ihr zuwinken: „Komm, flieg mit uns. Komm mit uns auf eine luftige Reise.“ Sehnsüchtig schaut das Blümchen ihnen hinterher.

Der Sonne blieb dieser große Wunsch nicht verborgen. Mit einem gamz besonderen Sonnenstrahl streichelt sie die Blütenblätter und sendet ihren Zauber zu der kleinen Träumerin. Das Blümchen merkt, dass es sich verändert. Als sich ihre Blütenblätter von ihr lösen, erschrickt sie zuerst ganz fürchterlich, glaubt, dass sie nun verwelken müsse. Doch ihre Blätter fügen sich zusammen, bekommen ihr eigenes Leben und fliegen als Schmetterling hinauf zu den Wolken und in das strahlende Blau des Himmels.

Mit einem glücklichen Lächeln erwacht das Blümchen am nächsten Morgen und sendet ein Dankeschön hinauf zur Sonne. Als sich der erste Schmetterling auf ihr niederlässt, weiß die kleine Blüte, dass das eine ihrer Freundinnen ist, eine Blume, die ebenso wie sie davon träumt, in den Himmel zu fliegen.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der ersten Wochenaufgabe unseres neuen Forums Kritzelkunst, welches Devona so freundlich war, für uns einzurichten.

In Wort und Bild

In der Vergangenheit sind bereits einige Illustrationen entstanden zu Lyrik aus meiner Feder. In meinen neu eingerichtete Galerien kann man eine Auswahl davon sehen. Im Stil erinnern viele dieser meist farbigen Grafiken bereits an diese Technik des meditativen Kritzeln, auch wenn sie thematisch an meine Worte gebunden sind. In loser Folge werde ich dehalb hier auch neben den Kritzeleien meine Schreibereien veröffentlichen und freue mich sehr über konstruktive Kritik.

Visionen

kleine Gedankensplitter
kurzes Aufblitzen
wieder Vergehen
zeichnen Spuren in meinen Kopf,
die sich fügen
zu einem Bild meines Sehnens.
Tunnel zur Zukunft im Spiel der Möglichkeiten
Faden durchs Labyrinth der Unabwägbarkeiten
Zeitloses Träumen, das,
spielerisch fast,
mir Leben verleiht
und sich zu Zielen formt.
Mein Weg liegt vor mir.